photo: ute langkafel; ort: haus der kulturen der welt, berlin 2009
mp3 ausschnitt
während in grip das kreppband selbst zu kören ist, übernimmt es in tape delay die funktion, einen einfachen mechanismus immer wieder in gang zu setzen: nämlich das auseinanderziehen und zusammendrücken eines blasebalgs. dieser blasebalg wird aus sogenannten "kuhstimmen", einem kinderspielzeug, entnommen. an dessen enden befindet sich zum einen eine primitive durchschlagzunge (siehe prinzip der tonerzeugung bei der mundharmonika oder dem akkordion) und zum anderen ein gipsblock. die tonerzeugung erfolgt nun durch rasches drehen der Stimmenbox auf den Kopf, sodass der balg mithilfe des gipsblocks zusammengedrückt wird und die dabei entweichende luft die durchschlagzunge zum schwingen bringt. hierfür ist jedoch ein mindestmaß an luftdruck erforderlich. da sich das kreppband nur langsam entrollt, muss der balg aus der runden stimmbox extrahiert und stattdessen in ein leicht ovales papprohr montiert und ins zentrum der kreppbandrolle installiert werden. der widerstand ist somit etwas größer und dies gewährleistet ein abruptes lösen des gipsblocks trotz der langsamen umdrehung. wie in grip werden auch in tape delay eine vielzahl von präparierten kreppbandrollen unter der decke an stahldrahtseilen befestigt.
dauer: je nach deckenhöhe zwischen ca. 2h und mehreren tagen